RWAGASORE PDF Drucken E-Mail
Director: Pascal Capitolin/ Justine Bitagoye


Ein Dokumentarfilm von Pascal Capitolin und Justine Bitagoye über die Geschichte des Prinzen Louis Rwagasore, Symbol der afrikanischen Emanzipation und der burundische Unabhängigkeit
Burundi ist ein zentralafrikanisches Land in der Region der Großen Seen. Während eines längeren Aufenthaltes, wurde mir diese Idee für ein Filmprojekt angeboten. Sein Thema hat mich sofort begeistert:
Die Geschichte von Prinz Louis Rwagasore erinnert im afrikanischen Kontext sofort an die von Patrice Lumumba und schrie regelrecht danach, verfilmt zu werden. Rwagasore lebte und starb für die Vison der sofortigen Unabhängigkeit für sein Land Burundi. Mit politischer Klugheit und Kühnheit kämpfte Rwagasore gegen die belgische Kolonialmacht, die Burundi bis 1962 regierte. Kurz nachdem er und seine Partei die ersten Parlamentswahlen 1961 gewonnen haben, wurde Rwagasore in der Nacht des 13 Oktober 1961 kaltblütig ermordet. Zuerst habe ich mich in die Geschichte vertieft und alle noch lebenden Zeugen ausfindig gemacht. Geschichte hat in einem Land wie Burundi, in dem 40 Jahre lang ethnische Kriege und Genozide den Alltag bestimmt haben, immer mehrere Gesichter. Manche sagen sogar, dass der Tod des Prinzen Rwagasore die Gewaltspirale ausgelöst hat. In der Tat stellt der Prinz, als „Ganwa“ also als Nachfolger der königlichen Macht, also weder „Tutsi“ noch „Hutu“ oder „Twa“, noch heute für die burundische Bevölkerung die Instanz dar, die eine Eintracht zwischen allen vier Bevölkerungsgruppen garantiert könnte. Burundi versucht mit Hilfe seiner Geberländer dieser Gewaltspirale ein Ende zu setzen. Ein Film über Rwagasore, als Figur und Held der Unabhängigkeit stellt für mich eine große Herausforderung dar und bietet mir als Filmemacher die einzig mögliche Kontribution im Sinne des Friedens. In der Region der Großen Seen liegen Kongo, Rwanda und Burundi dicht beieinander. Wir erinnern uns noch an den mörderischen Beitrag von Radio Television Mille Collines in Rwanda, als es zum Genozid gegen die Tutsis und den gemäßigten Hutus über die Radiowellen aufrief.
La Benovencija ist eine holländische Nicht-Regierungsorganisation, die im Feld der Medien in der Region der Großen Seen seit über 10 Jahren tätig ist. Ihre Hauptaktivität hatte sich bis dato auf den Hörfunk beschränkt. Sobald Johan Deflander, der Koordinator der Benevolencija die Idee des Dokumentarfilms über Louis Rwagasore äußerte, haben sich nicht nur seine burundischen Kollaborateure sofort für das Projekt entflammt, sondern auch viele der Protagonisten. Johan Deflander und die NGO wollten den Film produzieren, und dafür sorgen, dass das Filmprojekt ein burundischer Film für ein burundisches Publikum wird. Da es in Burundi nicht genügend Autoren und Techniker gibt, die über Erfahrungen im Dokumentarfilmbereich verfügen, habe ich meine Hilfe angeboten und ein Team zusammengestellt. Justine Bitagoye, Autorin der RTNB (burundische Staatsfernsehens) wurde meine Co-Autorin. Die historische Richtigkeit wurde durch ein burundisch-französisches Spezialisten-Team gewährleistet. Teilnehmer aus unserem letzten World Cinema Fund Workshop haben die weiteren Departments belegt. Hinzu kam noch Stephan Talneau, ein erfahrener Cutter aus Berlin. Er unterstützte uns dabei, den Schnitt hier in Bujumbura zu vollenden.
Es war eine phantastische Erfahrung und der Film wurde pünktlich zum fünfzigsten Jahrestag der Unabhängigkeit Burundis seiner Bevölkerung präsentiert. Am 26.06.2012 wurde es auf allen drei Fernsehsendern zeitgleich ausgestrahlt. Eine Ausstrahlungstournee im ganzen Land, auch für diejenigen, die keinen Fernsehzugriff haben, ist geplant.

Regie: Pascal Capitolin – Justine Bitagoye
Drehbuch: Johan Deflander – Justine Bitagoye – Pascal Capitolin
Schnitt: Jean Marie Ndihokubwayo
Kamera: Abraham Mussaba – Jean Pierre Harerimana – Pascal Capitolin – Stephan Talneau
Ton: Hervé Chris Sindayigaya - Pascal Capitolin
Herstellungsleitung: Aloys Batungwanayo
Produzent: La Benevolencija , Johan Deflander b>
Länge: 83 min
Produktionsjahr: 2012