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Paragraph 175

PARAGRAPH 175

Regie: Rob Epstein and Jeffrey Friedmane
Länge: 81 min.
Filmformat: 35 mm
Aufnahmeformat: HD
Tonformat: Dolby Digital, SR-D
Bildformat: 1:1.85
2000 New Yorker Films and Telling Pictures


Auszeichnungen
  • Sundance Film Festival, 2000 Jury Preis fuer Regie
  • Berlin Film Festival, 2000 FIPRESCI Preis Best Film
  • Berlin Film Festival, 2000 Teddy Preis Best Documentary


Der „Rosa Winkel“ ist innerhalb der Schwulenbewegung ein vertrautes Symbol, seine Geschichte und Bedeutung aber ist vielen Homosexuellen vor allem außerhalb Deutschlands und zumal einer breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Untersuchungen zufolge weiß nur jeder vierte Amerikaner, daß Homosexuelle unter der Nazi-Herrschaft verfolgt wurden, ganz zu schweigen davon, daß der „Rosa Winkel“ in den Konzentrationslagern dazu diente, homosexuelle Gefangene kenntlich zu machen. In Interviews berichten fünf von den rund 100.000 homosexuellen Verfolgten des Naziregimes von ihren Erlebnissen und Leiden zwischen 1933 und 1945:
  • Gad Beck, 1923 geboren, der nach 1933 als „Halbjude“ eingestuft wurde und ab 1935 eine jüdische Jungenschule besuchte, sich 1941 einer jüdischen Widerstandsgruppe anschloß, kurz vor der Befreiung in Haft kam und 1947 nach Israel emigrierte. 1979 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde in der Jüdischen Gemeinde Berlins Mitarbeiter von Heinz Galinski;
  • Heinz Dörmer, 1912 geboren, war in der Jugend aktiver Pfadfinder und als Jugendführer 1933 gezwungen,Mitglied der Hitlerjugend zu werden; 1935 wurde er wegen seiner Homosexualität ausgeschlossen.Mehrmals verhaftet, verbrachte er fast zehn Jahre im Gefängnis und in Konzentrationslagern;
  • Pierre Seel, aus Elsaß-Lothringen stammend, wurde in den KZs Schirmeck und Struthof gefangengehalten, 1941 zum Eintritt in die Wehrmacht gezwungen, ehe er für kurze Zeit in russische Kriegsgefangenschaft geriet;
  • Heinz F., 1905 geboren, der in den 20er und 30er Jahren als Mitglied einer schwulen Bohème in Berlin und München lebte und ab 1935 rund neun Jahre in Konzentrationslagern verbrachte;
  • Albrecht Becker, 1906 geboren, geriet 1935 in Haft; nach seiner Entlassung trat er in die Wehrmacht ein, denn, so sagt er: „Dort waren Männer!“