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TRIP TO ASIA
Regie: Thomas Grube
D.P.: Anthony Dod Mantel, Alberto Venzago, Rene Dame, Stefan Ciupek
Ton: Pascal Capitolin, Bernd von Bassewitz
Länge: 108 min.
Filmformat: 35 mm
Aufnahmeformat: HD
Tonformat: Dolby Digital, SR-D
Bildformat: 1:1.85
2006 Boomtown Media


Es gibt keinen Einklang, der bleibt. Einklang entsteht aus der Vielfalt, aus vielen verschiedenen Stimmen, die sich in einer gemeinsamen Schwingung finden. Er kann triumphal laut oder die Stille selbst sein. Manche suchen ihn ein Leben lang. Der Einklang ist die Überwindung seines eigenen Widerspruchs, ein einzigartiges Erlebnis, wenn er entsteht und sich mitteilt.

Der Regisseur Thomas Grube (Rhythm Is It!) hat mit einem hochkarätigen Filmteam die Berliner Philharmoniker und ihren Chefdirigenten Sir Simon Rattle auf ihre Konzertreise nach Asien begleitet, in sechs pulsierende Metropolen mit ihren ungeheuren Gegensätzen zwischen Jahrtausende alter Tradition und atemloser Hypermoderne. Die Begegnung zwischen abendländischer Tradition und fernöstlicher Philosophie, europäischer und asiatischer Gegenwart wird zu einer Reise in das geheimnisvolle, spannungsgeladene Innenleben eines der besten Orchester der Welt und in die Gefühlswelten seiner extrem unterschiedlichen Musikerpersönlichkeiten.

TRIP TO ASIA erzählt vom ewigen Widerstreit zwischen Ego und Gemeinschaft, von der uralten und doch immer wieder neuen Suche nach dem Einklang mit sich selbst – und den Anderen.Ein einzigartiges künstlerisches und menschliches Abenteuer im Spannungsfeld zwischen Melancholie und Enthusiasmus, Einsamkeit und der Sehnsucht nach Liebe. Eine universelle Parabel über das Leben, die den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft in faszinierenden Bildern und berauschender Klangqualität zu einem atemberaubenden Kinoereignis verdichtet.

Ein bewegender Film über die Kunst, die Kunst des Einklangs – und die Kunst zu leben.

Der Kosmos der Berliner Philharmoniker: 126 Musiker, alle Meister ihres Fachs und stark ausgeprägte Persönlichkeiten, die mit ihrem individuellen Können den Klang des Orchesters formen und ihre Virtuosität gleichzeitig doch in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen müssen. Was ist das menschliche und künstlerische Geheimnis, das dies möglich macht? Wo verlaufen die Widersprüche zwischen Tradition und Erneuerung, Ego und Gemeinschaft?

Das weltberühmte Orchester ist eine Parallelgesellschaft, die ihren eigenen Gesetzen und Traditionen folgt: ein in der musikalischen Welt fast einzigartiger demokratischer Mikrokosmos, dessen soziales Gefüge und Zusammenhalt auf der gemeinsamen Leidenschaft für die Musik basiert, aber dennoch auch Leistungsdruck, Konkurrenz und Zwänge kennt. Hinter der Unterschiedlichkeit der Musikerbiografien und der Wege, die sie zu den Berliner Philharmonikern geführt haben, scheinen die allen gemeinsamen Erfahrungen auf: die Liebe zur Musik und zum Instrument; die Freude am musikalischen Austausch; die Einsamkeit des Übens, der Wettbewerbe und Prüfungen; die Sehnsucht nach Anerkennung; die Zweifel und Einbrüche; der tiefe innere Ehrgeiz, sich weiter zu entwickeln, und der dauernde Druck der eigenen und äußeren Anforderungen.

In den 125 Jahren ihres Bestehens haben die Berliner Philharmoniker niemals einen so tiefen Einblick in ihr Innenleben gewährt. Mit ihrem Dirigenten Sir Simon Rattle gehen sie auf Konzertreise nach Bejing, Seoul, Shanghai, Hong Kong, Taipei und Tokyo; im Gepäck die Partituren von Thomas Adès’ „Asyla“, Beethovens „Eroica“ und Richard Strauss’ „Heldenleben“. Inmitten der vibrierenden Metropolen Asiens, in der Begegnung zwischen abendländischer Tradition und fernöstlicher Philosophie, europäischer und asiatischer Moderne, im Schwebezustand einer mehrwöchigen Reise zwischen Neugier, Leidenschaft und Erschöpfung werden die vielfältigen Motivationen und Temperamente sichtbar, die jeder dieser höchst ausgeprägten Persönlichkeiten ins Orchester einbringt.

Der Film zeigt den aufreibenden Alltag der Konzertreise, Orchesterproben, Masterclasses, die wenigen kurzen Ausflüge, die der straffe Zeitplan den Musikern erlaubt, die Einsamkeit des individuellen Übens zwischen Hotelzimmern, Pressekonferenzen und organisatorischen Absprachen, die zunehmende Spannung vor dem Konzert und schließlich das hoch konzentrierte Musizieren des Orchesters vor seinem Publikum.

Mit großem Geschick und Gespür verwebt Thomas Grube diese Beobachtungen mit Impressionen der Asienreise und den Aussagen der einzelnen Künstler. In bemerkenswerter Offenheit und Nachdenklichkeit erzählen sie von ihrem Leben, von Zweifeln und Leistungsdruck, Tradition und Aufbruch, von Freundschaft und Konkurrenz, Träumen und Fremdbestimmung, von der aufreibenden Probezeit bis zur Wehmut des Abschieds – und die ewige Sehnsucht nach Einklang und Erfüllung, die in einem überwältigenden Moment während eines Konzerts vor 30.000 Zuschauern in Taipei greifbar wird.

TRIP TO ASIA verbindet die einzelnen Elemente zu einem schillernden, mitreißenden Ganzen: die bewegende Musik von Adès, Beethoven und Richard Strauss, dessen ‚Heldenleben‘ sich wie ein roter Faden durch die Filmerzählung zieht; die einzelnen Etappen der Asienreise, die die Kameraleute Anthony Dod Mantle, Alberto Venzago und René Dame mit einfühlsamer Neugier in ihren vielfältigen Facetten und Gegensätzen zeigen. Der Komponist und Klangkünstler Simon Stockhausen hat dazu aus den atmosphärischen Tönen der Reise den faszinierenden Filmscore Sounds Of Asia geschaffen, der die Musik der Philharmoniker, ihre Lebenserfahrungen und die Reiseeindrücke zu einem atemberaubenden Ganzen verbindet, das dem Wunder des Einklangs nachspürt.

Ganz erklären lässt sich dieses Geheimnis nicht. TRIP TO ASIA lädt ein, es zu erleben.